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31. Mai 2011.

Die diesjährige Feier fand bei strahlendem Wetter in friedlicher Atmosphäre statt unter der Beteiligung des Schweizerischen Blinden- und Sehbehinderteverbandes SBV, der sein 100-jä...

23. September 2010.

Seine Schulreise in der 6. Primarschulklasse aufs Rütli hat sich dem Nationalrat ins Gedächtnis eingeprägt wie keine zweite. Lesen Sie...

26. August 2010.

Jeden Tag denkt der VBS-Vorsteher Ueli Maurer an General Guisan und seine überragend wichtigen Stunden auf dem Rütli. Lesen Sie...

01. August 2010.

Bei Bilderbuch-Wetter fand die 1. August Feier auf dem Rütli statt. Hier haben wir einige Impressionen zusammengestellt....

01. August 2010.

Vor 150 Jahren hat die SGG der Eidgenossenschaft die Rütliwiese als unveräusserliches Nationalheiligtum geschenkt. Zum 150jährigen Jubiläum hat Bundespräsidentin Doris...

21. Juni 2010.

Das Anmeldeformular für die gratis Tickets und das Programm sind nun aufgeschaltet. Weitere Informationen finden Sie ...

25. Mai 2010.

Das Anmeldeformular für die diesjährige 1. August-Feier auf dem Rütli wird Mitte Juni 2010 aufgeschaltet.

18. Februar 2010.

Die SGG und der Bund haben die Nutzung und Verwaltung des Rütlis neu geregelt. Annemarie Huber-Hotz, Präsidentin der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft SGG freut sich:...

26. Januar 2010.

Nach der Beendigung der Renovations- und Umbauarbeiten auf dem Rütli sind nun die neuen Stallbewohnerinnen drei Kühe und zwei Kälber auf dem Rütli eingezogen. Die spektakul...

26. Januar 2010.

Mit dem Einzug der Kühe in den neuen Stall auf dem Rütli ist der Umbau beendet. Das Aufrichtefest fand bereits im September 2009 statt. 

Das Bauprojekt
...

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  • 1. August 2008 auf dem Rütli
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    1994 - Bundesfeieransprache von Niklaus Küchler, Ständeratsvizepräsident

    Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger
    Liebe Freunde der Schweiz

    Zum ersten Mal seit Bestehen unseres Bundesstaates dürfen wir heute den 1. August landesweit als arbeitsfreien Feiertag begehen. Das Schweizer Volk hat am 26. September 1993, in einer für unser Land nicht einfachen Zeit, mit grosser Mehrheit beschlossen, unseren Nationalfeiertag aufzuwerten und damit uns allen vermehrt Gelegenheit zu geben, über Erreichtes oder Nichterreichtes in unserem Staate, über unsere Stärken und Schwächen vertieft nachzudenken!

    Unsere Institutionen sind besser, als viele wahrhaben wollen
    In der Tat, wir haben guten Grund, nicht nur zu klagen. Unser Land und all seine Bewohner, die vielen ausländischen Arbeitskräfte und ihre Familien eingeschlossen, sind grundsätzlich gut gerüstet, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Auch unser Bildungswesen vermag ohne weiteres im internationalen Vergleich zu bestehen. Unsere Volkswirtschaft gehört zu den produktivsten der Welt. Der Dienstleistungsbereich entwickelt sich ebenfalls dank ausgebauter, zeitgemässer Infrastrukturen. Die Anstrengungen von Privaten und der öffentlichen Hand zu schonender Nutzung der Umwelt tragen unverkennbar Früchte. Wir bauen in der Politik, in der Wirtschaft, in allen gesellschaftlichen Bereichen auf den reichen Erfahrungsschatz einer sehr gut ausgebildeten und arbeitsbereiten Bevölkerung. Kurzum: Ich bin der festen Überzeugung, dass das Schweizer Volk und die Schweiz mit all ihren politischen und wirtschaftlichen Einrichtungen insgesamt um ein Vielfaches besser sind, als wir heute immer wieder wahrhaben wollen! Ich meine, wir dürfen nach wie vor aus Überzeugung und mit einem richtig verstandenen Patriotismus zu unserem Lande stehen!

    Aber es wäre in der Tat vermessen, in falscher Festeuphorie zu behaupten, unser Land und seine Bewohner seien ohne jegliche Sorgen und Nöte. Dem ist nicht so! Das Schicksal nämlich von weit über hunderttausend arbeitslosen Frauen und Männern und ihren Angehörigen muss uns alle beschäftigen. Kämpften im letzten Jahrhundert die aufgeschlossenen Erbauer unseres Bundesstaates für den gerechten Zugang aller zur Bildung, müssen wir heute den gerechten Zugang aller zur Arbeit verwirklichen. Das Schicksal vieler Familien, die sich mit dem Elend suchtkranker Angehöriger befassen müssen, geht uns alle an und wenn wir auch nur mit unserem Verständnis und Mitgefühl zeigen, dass wir uns mit den geprüften Eltern und Geschwistern solidarisieren. Es kann uns nicht unberührt lassen, wenn viele um uns am Lebenssinn zweifeln. Es geht uns alle an, wenn die Milliardendefizite des Bundes eskalieren und die vielgerühmte finanzielle Stabilität unseres Landes bedrohen. Es geht uns alle schliesslich an, wenn unser fortschrittliches Sozialnetz der AHV, IV und Krankenversicherung aufgrund stets neuer Belastungen da und dort zu reissen droht!

    Unser Volk reagiert in dieser Situation durchaus positiv. Wir stellen mit Genugtuung fest, dass das Interesse an politischen Sachfragen steigt. Die Stimmbeteiligung bei eidgenössischen Vorlagen stabilisiert sich in den letzten Jahren auf beachtlichem Niveau. In über 85 Prozent aller Abstimmungsvorlagen seit 1991 folgten Volk und Stände mit ihrer Stimmabgabe dem Antrag des Bundesrates und der Parlamentsmehrheit. Selbst bittere Pillen, wie die Erhöhung von Benzinzollzuschlägen oder die Einführung der Mehrwertsteuer wurden vom Volk angenommen.

    Behörden müssen gemeinsam mit dem Volk handeln
    Trotzdem ist in den letzten Wochen viel von der Vertrauenskrise zwischen dem Volk, dem Parlament und der Regierung gesprochen und geschrieben worden. Anlass dazu waren vor allem Abstimmungsvorlagen, die eine Öffnung der Politik nach aussen beinhalteten und die Schweiz vermehrt in internationale Beziehungen einbinden wollten. Ich bin der Auffassung, das Nein der Mehrheit des Schweizer Volkes zum EWR-Vertrag bzw. zur Schaffung eines Schweizerischen Blauhelmbattallions muss von Parlament und Bundesrat ernst genommen werden, aber nicht in der Art panischer Reaktionen, wie sie nach dem Abstimmungssonntag vom vergangenen 12. Juni da und dort festzustellen waren. Auch wäre es weit verfehlt, aus diesen beiden Abstimmungen eine Integrationsunfähigkeit unseres Landes nach aussen abzuleiten.

    Ernstzunehmen ist doch vielmehr der klar erkennbare Wille vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger, ihre politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche Zukunft so weit wie möglich selber zu verantworten und nicht zu delegieren. Dieser Wille findet Ausdruck im aktiven Ausüben der direktdemokratischen Rechte. Dieser Wille ist ohne Unterschied der politischen Herkunft, ohne Unterschied des Alters, ohne Unterschied zwischen Deutsch und Welsch deutlich feststellbar. Wir haben also den Auftrag und das Privileg, die Zukunft unseres Landes gemeinsam mit dem Volk, das seine politischen Rechte direkt ausübt, zu gestalten. Es ist müssig darüber nachzudenken, diese Volksrechte und die Rechte der einzelnen Stände unserer Eidgenossenschaft einschränken zu wollen. Sie gehören zum Grundbestand unserer demokratischen Errungenschaften.

    Mit dem Volk zu regieren bedeutet aber auch, das Volk rechzeitig in die Meinungsbildung miteinzubeziehen; ihm genügend Zeit einzuräumen, sich mit den neuen politischen Konstellationen auseinanderzusetzen. Dies gilt insbesondere bei der Gestaltung der Aussenpolitik. Schweizerinnen und Schweizer haben in den letzten 100 Jahren erfahren, dass sie als Bewohner eines Kleinstaates im Herzen eines zerstrittenen Kontinents gut gefahren sind, sich nicht überstürzt in fremde Händel zu mischen. Dies hat allerdings nie bedeutet, eigenbrötlerisch beiseite oder gar abseits zu stehen. Die Schweiz hat sich immer in die internationale Rechtsordnung eingefügt; wir haben uns bisher in der EFTA und im GATT wirtschaftlich integriert, kooperieren auf der Grundlage des vom Volk gutgeheissenen Freihandelsabkommens von 1972 mit der EU; wir sind der OECD, dem Europarat und der EMRK wie auch der KSZE beigetreten. Gemessen beispielsweise am Aussenhandel, an den Direktinvestitionen, am Austausch von Arbeitskräften sind wir das faktisch am besten in Europa integrierte Land. Es kommt hinzu, dass Schweizerinnen und Schweizer immer wieder tatkräftig Zeugnis für ihre Solidarität und ihr Mitgefühl abgelegt haben, wenn Menschen in Europa und anderswo Not erleiden mussten. Auf dieser Basis, so meine ich, kann auch die zukünftige Politik aufbauen, wenn es notwendig wird, neue Formen der internationalen Zusammenarbeit zu beschliessen.
    Aber das Schweizer Volk muss sich rechtzeitig und einlässlich mit den Beweggründen einer Neuerung befassen können.

    Kein politischer Aktivismus, sondern Konzentration aufs Wesentliche ist gefragt
    Gefordert sind dabei vor allem wir, die Vertreterinnen und Vertreter der politischen Behörden. Wir müssen die wichtigen politischen Anliegen frühzeitig erkennen. Wir müssen vor allem aber persönlich für den von uns als richtig erachteten Weg engagiert eintreten. Wir müssen wieder vermehrt die Sprache sprechen, die unser Volk auch tatsächlich versteht. Es muss für unsere politische Arbeit vermehrt die Lebensweisheit zum Tragen kommen:"Weniger wäre mehr!“ Nicht politischer Aktivismus ist gefragt, sondern die Konzentration aufs Wesentliche, die seriöse Vorbereitung, die Konsenssuche, das Erdauern tragfähiger Lösungen! Volksabstimmungen eignen sich nicht für Experimente, auf Dauer auch nicht für persönliche Profilierungsgelüste einzelner Politiker, denn das Volk will echte Lösungen und nicht zunehmende gefährliche Polarisierung durch falsche Propheten!

    Bewährungsproben der Zukunft
    Zu lösen haben wir in naher Zukunft entscheidende Fragen.

    Ich denke spontan an das Drogen-, Asyl- und Umweltproblem!

    Ich denke an alle Folgeerscheinungen des zunehmenden Alters eines Grossteils unserer Bevölkerung. Noch nie gab es eine menschliche Gesellschaft, wo die Bandbreite zwischen den jüngsten und ältesten Bewohnern so gross war. Neue Generationenverträge für die Sicherung der Altersvorsorge sind somit gefragt.

    Ich denke an die Regelung des Verhältnisses der Stadt- zur Landbevölkerung; ich denke an den Ausgleich zwischen Berg- und Talgebieten. In den letzten Jahren hat sich die Bevölkerung der Agglomerationen stark entwickelt, die Land- und Bergbevölkerung hat im Verhältnis zur Stadt- und Agglomerationsbevölkerung abgenommen. Der Friede in unserem Lande beruht aber auf einem gerechten Ausgleich zwischen allen Regionen.

    Ich denke an das Verhältnis zwischen Männern und Frauen in unserer Gesellschaft. Es ist uns gelungen, die Bildungsunterschiede stark abzubauen. Es bleibt uns aufgetragen, die Stellung der Frau in Beruf und Gesellschaft zu verbessern.

    Ich denke an unser Verhältnis zur Welt, mit der unser Land, seine Wirtschaft, seine Kultur stets eng verbunden war. Drei der wichtigsten europäischen Sprachen und Kulturen werden in unserem Lande gelebt und mitentwickelt. Wir strengen uns an, die Bedingungen für die Erhaltung der rätoromanischen Kultur als eigenständigen Beitrag zur europäischen Vielfalt zu verbessern.

    Weg der Schweiz – Symbol für unser künftiges politisches Wirken
    Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Freunde der Schweiz. Wir stehen heute hier auf dem Rütli, am Ausgangspunkt des Weges der Schweiz. Dieser Weg, den viele von uns schon gegangen sind, führt wie der historische Weg unserer Heimat über Höhen und Tiefen, weist sonnige und schattige Stellen auf, steinige und blumige Abschnitte. Alle Kantone der Schweiz, Menschen aller Kulturen und Sprachen unseres Landes haben diesen Weg gestaltet. Der Weg der Schweiz führt nie in eine Sackgasse. Am Schluss des Rundganges um den See, in Brunnen, öffnet sich der Weg an der Gotthardbahn, an der internationalen Transitachse gleichsam europa- und weltweit nach Norden und nach Süden.

    So stelle ich mir auch den künftigen Weg vor, den wir für unser Land und all seine Bewohner gestalten wollen. Wir möchten alle Kräfte vereinigen, die unser vielfältiges Land aufzubringen vermag. Wir möchten offene Wege gestalten, auf denen nicht nur die Stärksten sich durchsetzen. Unsere Wege sollen zugänglich sein, auch für jene, die uns bloss ein Stück weit begleiten möchten. Unser Weg soll individuelle Etappen, Abkürzungen und Abstecher erlauben, denn nichts ist uns fremder, als blosser Gleichschritt.

    Ich finde es persönlich bemerkenswert, dass als bleibende Erinnerung an die 700-Jahr-Feier unserer Eidgenossenschaft im Jahre 1991 nicht ein Denkmal, kein Triumphbogen, keine neue Landeshymne, auch kein Palast geblieben ist. Geblieben ist ein erlebnisreicher Weg, der nach der ersten Etappe so attraktiv bleibt, dass wir eingeladen sind, auch die restlichen Wegstrecken zu begehen, trotz zeitweilig müden Beinen, trotz gelegentlichem Durst, trotz möglichen Regengüssen.

    So geht es mir und hoffentlich vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern auf dem gemeinsamen politischen Weg unseres Landes. Die bisherige Geschichte all der tüchtigen Frauen und Männer, die in unserem Lande gelebt und gewirkt haben, ist letztlich so attraktiv und erfolgreich, dass es uns heute selber nicht an Motivation fehlen sollte, in die Zukunft weiterzuschreiten. Es braucht dazu nicht einmal sonderlich Mut, nur Durchstehvermögen, Zielstrebigkeit, gute verlässliche Weggefährtinnen und Weggefährten. Wenn wir wollen, finden wir für unseren gemeinsamen Weg immer wieder die richtigen Begleitpersonen, wie heute, hier auf der Rütliwiese. Also, brechen wir gemeinsam und getrost auf!